Susie Asado

In English:
Susie Asado – State of Undress (2015)

Berlin-based Susie Asado moves bare-boned and mischieviously in the sonic ether somewhere between the alternate realities of Tom Waits and Patti Smith. At the heart of the band is Josepha Conrad, who fills the silences in the minimalist arrangements of bass, ukulele, violin and clarinet with her wry, intelligent lyrics. Susie Asado brings levity to their darkness and depth to their playfulness, existing at the point where avant garde meets folk and poetry meets pop. Susie Asado’s new album “State of Undress” will be released on the 21st of August.

“Berlin’s Josepha Conrad is an artful and arresting performer, songwriter, and singer whose sparse folk arrangements house wordy, fascinating lyrics. She’s named her band after a poem by Gertrude Stein, which might explain her fascination and proficiency with language and its intention.

Courtney Barnett has been writing these super smart matter-of-fact songs of late, and Conrad is in a similar if more refined vein. As her show unfolded, shades of Jonathan Richman, Christine Fellows, and Geoff Berner were checked off within my personal mental reference database.

Backed by tasteful violin, clarinet, and female vocals, Conrad alternated between guitar and ukulele, singing heartfelt songs about immigration officers, stripes, the autobiography of a skyscraper, and a host of other relatable if not previously remarkable things. She is such a playful, hypnotic performer luring us in with humour, both subtle and broad (“Ghost ghost” and “zoom zoom” went one chorus), thought-provoking ideas. She was cool and warm and only the hard-hearted would fail to be smitten with Susie Asado.” – Vish Khanna, Exclaim! 04/2015

Auf Deutsch:
Susie Asado – State of Undress (2015)

Susie Asado ist keine Person.
Susie Asado ist ein Gedicht.
Susie Asado ist eine Band.
Das Spiel mit Namen und Begrifflichkeiten, dem Verschmelzen von Literatur und Musik, dem Auflösen von Innen und Außen zeichnet auch „State of Undress“ aus:
Das neue Album der Berliner, aufgenommen im binauralen Kunstkopf-Verfahren, transzendiert das titelführende „Entkleiden“ in eine einladend bildhafte Reise durch menschliche und zwischenmenschliche Schichten; stets liebevoll trotzig und sperrig. Songwriterin Josepha Conrad weiß um die Macht der Stille, in der sie ihre eindringlich getexteten Geschichten erzählt, als sei man ganz mit ihr allein. Den verspielten Rahmen dieser minimalistischen Intimität weben stilprägende Bässe, Ukulele, Violine und Klarinette, nur gelegentlich angeschoben von sanfter Percussion, bisweilen in koketter Schräglage und Arrangements, die im Kleinen gerne mal augenzwinkernd Haken schlagen.
Man fühlt sich an die Kompromisslosigkeit von Tom Waits ohne dessen verwüstete Aura erinnert, an den einnehmenden Charme von Regina Spektor, oder die kämpferische Lyrik einer Patti Smith, doch können diese Vergleiche nur eine Linie ziehen, eine Grenze, die keine sein will, auf welcher Susie Asado sich mit schulterzuckender Lässigkeit bewegen.
Ob der Titelsong „State of Undress“ fast ausschließlich auf einer Basslinie, oder „This is Not Rain“ zerbrechlich auf einer Handvoll Gitarrennoten balanciert, Reduktion ist das Gebot der Stunde. Einmal führt Josepha Conrad Zwiesprache mit den spärlich aber zielsicher eingesetzten Chören, um sich kurz darauf, in „Under Under“, regelrecht von ihnen durch ihre tiefsinnigen Beobachtungen tragen zu lassen. Dass ihr künstlerischer Background in der amerikanischen Lyrik zu verorten ist, dass Brecht in ihrem erzählerischen Verständnis eine ebenso große Rolle spielt, wie Hildegard Knef, verwundert beim Blick in ihre Texte ganz und gar nicht. Hier gehen spezieller Humor und eine tiefe Verneigung vor der Sprache als Instrument munter Hand in Hand, und irgendwie vollbringen Susie Asado das wundervolle Kunststück allen Tiefgang ihres versponnenen Folk-Pop mit einer zauberhaften Leichtfüßigkeit vorzutragen, die ihresgleichen sucht.

“Wenn Songwriterin Josepha Conrad etwas kann, dann Stille inszinieren. Wenn “State of Undress” etwas auszeichnet, dann gerade das, was man nicht hört. Diese Lücken, die Raum für Phantasie lassen, die die Musik atmen lassen und jedem etwas anderes abverlangt, etwas entreißt. Der Rest ist pure Verspieltheit, die bisweilen anstrengende Haken schlagen kann, aber immer die Kruzve kriegt. Violine, Bässe, Klarinette, Ukulele, angeschoben von sanften Percussion – so das Grundgerüst. Alles windet sich um die kämpferische Lyrik der Vortragenden, wirft sich versponnen den spärlichen Tönen entgegen und schafft es so mit Leichtigkeit das Ernsthafte erträglich zu machen. So tänzelt man durch den sommer.” — Anna-Luisa Rudolph, Westzeit 08/15

“Berliner Künstlerin auf ganz eigenen Wegen. Mein erster Eindruck: das könnte eine von den Roche-Schwestern sein. Die schlichte Instrumentierung, die ungewöhnlichen Harmonien, die cleveren Texte (englisch). Sehr schlank produziert und ganz retro im binauralen Kunstkopf-Verfahren aufgenommen, meist nur wenig akustische Gitarre (oder auch mal Violine, Klarinette oder Ukulele) zu ganz viel Stimme. Susie Asado ist eine unkonventionelle Storytellerin und Poetin, ihr musikalischer Ansatz ist kunstvoll und ambitioniert. Susie heißt eigentlich Josepha Conrad und ist Deutsch-Amerikanerin, sie hat schon einige bei Kennern geschätzte Alben auf dem Buckel, das 2013er Werk „Onward Aeropuerto“ gefiel mir in seiner klassizistischen Strenge bereits ausgesprochen gut. “State Of Undress“ bestätigt diesen Eindruck und erweist Susie Asado erneut als ebenso kunstsinnige wie charismatisch-charmante Chanteuse, deren Stimme in spartanischen Arrangements und milde theatralischem Kontext ganz hervorragend zur Geltung kommt: warm, energisch und doch endlos entspannt. Wer Künstlerinnen wie Sophie Hunger, Masha Qrella und eben die Roches mag, sollte hier ruhig mal reinhören.” – Joe Whirlypop, Glitterhouse